Seiltanz – sneack peek 2.0

Übersetzung: Monika Veit

  1. Eintrag 

Hab das Wochenende überlebt. Erik hat nur drei blöde Bemerkungen gemacht, das ist doch schon mal was.

Wieder Schule.

Ich bin draufgekommen, dass ich auch mit meinem Smartphone bloggen kann. Ich sitze neben dem Fenster, geh hinter dem Vorhang in Deckung, so bemerken sie mich gar nicht. Außer die Ungarischlehrerin. Sie ist anstrengend, die Frau. Egal.

In der Früh war es schrecklich schwer aufzustehen, hab minutenlang die Rollo und das Lampenlicht, das durchblinzelt, angestarrt, und dann, im Bad, die Ringe unter meinen Augen. Geübt, mit Kartoffelscheiben auf den Augen, hab ich mit einem Strohhalm den Milchkaffee geschlürft, mit einem Strohhalm! Wenigstens musste ich nicht meinem Vater zuschauen, wie er so am Tisch saß, genau, wie jeden anderen Morgen auch. Zehn Minuten vor sechs startet er. Dann geh ich ins Bad, aber heute kann ich mir ewig viel Make-up ins Gesicht schmieren, die fetten schwarzen Ringe bleiben trotzdem. Die Party am Wochenende, und das Kotzen. Na, egal, ein bisschen geschminkt, hab schnell meine Haare zu einem französischen Zopf geflochten.

Eigentlich kann ich mich freuen, dass sie endlich länger geworden sind, dass es meine Mutter nicht interessiert, und ich nicht die extrem peinlichen kurzen Haare hab, nur weil es sie nicht geschert hat, sie in der Früh, vor der Schule zu kämmen. Inzwischen frisier ich sie selbst. Physik hab ich dann im Bus reingestrebert, sogar die Deutschaufgabe hab ich dort gemacht, weil ich sie natürlich zu Hause vergessen hab. Wofür vierzig Minuten nicht alles gut sind! Egal, Czompo interessiert es eh nicht, Hauptsache wir kopieren die Konjugationstabellen mit schön bunten Endungen ins Heft.

Die Französischaufgabe hab ich natürlich schon gemacht. Uuuuuuuuund dann kam auch schon unser liebster Dani:

– Lia, sag, dass du die Aufgabe hast! Rette mich! – Lächelnd gab ich ihm das Heft, aber wieder einmal konnte ich keinen Mucks von mir geben. – Oh, my darling, you saved me!

Er hat zu pfeifen begonnen, ja klar, er ist Musiker, und ich bin natürlich einfach dämlich dagestanden, dann hab ich die Brille auf meine Nase geschoben (gegen die Augenringe ist sie besser als die Kontaktlinsen, die ich eigentlich lieber mag). Ich wollt mich grad schon hinsetzen, als Kátya gekommen ist und ihn leicht angemault hat:

– Mon ami, en français, sil-tu-plaît!

– Oui, oui, tu est raison.

– Danke, Lia! Merci bien! – Und damit hat er das Heft nach hinten geworfen und mich schön getroffen. Ich zuckte zusammen.

– Wenn du so ein Vollkoffer bist, weißt eh wann ich dir das nächste Mal was borg!

– OMG! Sorry!

– Khrm…en…

– Français… ich weiß, ich weiß… Merci bien, Cecily!

– You’re welcome – grinste ich zurück.

Bescheuerter Grinser, Bescheuerter Grinser, Idiot, Vollidiot. Ich. Der. Idiot.

Ich hab versucht an Erik zu denken, aber es ging nicht.

Egal, jetzt sitz ich hier in Geschichte, Jimmy erklärt irgendwas, aber Kriszta schreibt ordentlich mit, ich werd‘s mir dann von ihr ausborgen.

POSTED BY ADMIN POSTED ON 10:58 10.09.2015

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